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Der Kšrper der Malerei Franz-W. Kaiser Bei einem meiner ersten Atelierbesuche bei Frank van Hemert hat er mir von einem Film Bruce Naumans erzŠhlt, der ihn sehr beeindruckt hatte. Nauman schleudert darin abwechselnd und mit Šu§erster Kraft zwei GummibŠlle auf den Boden seines Ateliers, sodass diese zurŸckschnellen, fŠngt sie auf um sie wiederum auf den Boden zu schleudern. Er bemŸht sich dabei um rhythmische RegelmЧigkeit, die aber immer schwieriger durchzuhalten scheint, da die BŠlle oft in nicht vorhergesehene Richtungen zurŸckspringen (Abb.). Van Hemert erkannte in dieser Performance eine Metapher fŸr den Malvorgang und insbesondere fŸr den geradezu kšrperlichen Bezug des Malers zur Leinwand. Er sprach damals vom Widerhall des Malens aus dem Bilde heraus, der dieses mit beeinflusst. Eine, als Film aufgezeichnete Performance als Metapher fŸr Malerei zu interpretieren mag an den Haaren herbeigezogen, ja geradezu als verdrehte Welt erscheinen, werden doch just solche €u§erungsformen eines âerweiterten KunstbegriffsÕ als Zeugnisse fŸr das unterstellte Ende der Malerei angefŸhrt. Die Analogie liegt jedoch mehr vor der Hand als man zunŠchst zu denken geneigt ist. Dabei ist zu berŸcksichtigen, dass die Nauman vorangegangene Generation der abstrakten Expressionisten, insbesondere Pollock, den Malvorgang auf eine rein physische Aktion zurŸckgefŸhrt hatte. Die Frage, auf die Nauman mit seiner Filmperformance zu antworten versuchte: ãWenn man ein Maler ist und alle Pinsel weglegt, wie kann man dann noch als KŸnstler funktionieren?Ò war eine logische Reaktion hierauf. Abgesehen von der metaphorischen QualitŠt, die Frank van Hemert in ihr erkannte, ist Naumans Antwort Ð wie vieles in seiner Kunst Ð absurdistisch, da der Gegenstand seiner frenetischen Aktion stumpfsinnig erscheint. Nauman ist Protagonisten einer KŸnstlergeneration, welche die Malerei als hoffnungslos Ÿberholt ansah. Umso erstaunlicher ist es, dass in Frank van Hemerts Werk Ð immerhin dem Werk eines Malers Ð schon seit dessen frŸhesten AnfŠngen Aspekte auffallen, die an den amerikanischen KŸnstler erinnern. Vor dem Beginn seines eigentlichen, malerischen Werkes (denn zunŠchst hatte er sich kurzfristig als Bildhauer und InstallationskŸnstler versucht) sind solche Analogien noch deutlicher zu erkennen. So erinnert eine Skulptur aus seiner Studienzeit (Abb.) durch ihren prekŠren Charakter, insbesondere durch den Gebrauch von Holzkeilen zu ihrer Platzierung, an Naumans Tunnelmodelle (Abb.). WŠhrend seines Aufbaustudium bei 'Ateliers '63' in Haarlem bedeckte van Hemert den Atelierboden mit Kartonbahnen und verwendete die ehemaligen HolzstŸtzen als Druckstšcke (Abb.). Ein Bild entstand hier durch die Spuren, die sein im Raum sich bewegender Kšrper auf den Kartonbahnen hinterlie§, was durchaus an den Film Naumans, aber auch an Pollock erinnert. Im Gegensatz zu diesen beiden ging es Van Hemert jedoch nicht um die Vermeidung jeder Komposition. Vielmehr strebte er danach, die durch die Bewegungen seines Kšrpers hinterlassenen Markierungen miteinander ins Gleichgewicht zu bringen. Dabei musste er jedoch erkennen, dass ihm seine Arbeitsweise nicht den dazu erforderlichen Abstand gewŠhrleistete. Er montierte also die Papierbahnen aneinander und Ÿberarbeitete sie dann noch, nun aber in der klassischen Position des Malers gegenŸber der Leinwand. Die so entstandenen, gro§formatigen Zeichnungen bestechen durch ihre MonumentalitŠt und ihre geradezu unmittelbar nachvollziehbare Kšrperlichkeit. Mit einigen Arbeiten aus dieser Serie Ð z. B. ãOhne NamenÒ (Abb.), in die er sich selbst einrollte bevor er sie an die Wand hŠngte Ð war er auf der Documenta 7 in Kassel vertreten. Van Hemert war damals erst 26 Jahre alt. Auch wenn sein frŸher Documenta-Beitrag als der eines durchaus reifen KŸnstlers angesehen werden kann, begann sein eigentliches, kŸnstlerisches Werk Ð das des reinen Malers Ð erst danach. Auch in seinem malerischen Werk finden sich Aspekte, die an Bruce Nauman erinnern. So lŠsst der vom Bildgrund her durchschimmernde Stuhl in âLetztes SchlafzimmerÕ (Abb.) oder âInitiationÕ (Abb. 12) an die StŸhle in Naumans âSouth AmericaÕ Serie denken (Abb.). Im Jahre 1988 tauchen etwa gleichzeitig bei van Hemert (Abb.) und bei Nauman (Abb.) schwebende Tierkšrper auf. WŠre beim Stuhl noch an eine unbewusste Inspiration van Hemerts durch Nauman zu denken (denn immerhin war Naumans âSouth AmericaÕ Serie auch auf der Documenta 7 zu sehen), so ist dies bei den Tierkšrpern wegen der Gleichzeitigkeit deren Auftretens in beider Werk nicht mehr mšglich. Ein direkter Vergleich der Hunde und Adler in van Hemerts gro§formatigen Zeichnungen der 90er Jahre (Abb.) mit Naumans Tierkšrpern lŠsst denn auch deutliche Unterschiede erkennen: Schockieren letztere durch ihre passive, starre Haltung, die an erlittene Folter, ja an den Tod denken lŠsst, so tun van Hemerts Tiere dies durch ihre sehr lebendige AggressivitŠt. Und nicht zuletzt erwecken die Litaneihaften Aneinanderreihungen verbaler Aufforderungen wie ãhate me, spoil me, taste me, serve me, blow me...Ò in einigen Arbeiten Van Hemerts (Abb.) Assoziationen an den Gebrauch von Sprache im Werk Naumans, nur dass bei van Hemert Sprache nicht fŸr sich steht, sondern als bildnerisches Mittel in einem ansonsten malerischen oder zeichnerischen Bildganzen integriert ist. Obwohl Nauman fŸr viele KŸnstler der Generation Van Hemerts zu einer Art Kultfigur geworden ist, zŠhlt Van Hemert durchaus nicht zu denjenigen, die sich ausdrŸcklich auf ihn berufen. Diejenigen, die dies tun, arbeiten meist in Medien, die dem Vorbild nŠher zu stehen scheinen Ð wie etwa Video, Performance, utopische Modelle als Form von Skulptur. Nauman war jedoch selbst einst als Maler begonnen und hatte eines seiner entscheidenden Initiationserlebnisse bei einer Begegnung mit Willem de Koonings Bild âExcavationÕ. Malerei blieb fŸr ihn auch spŠter ein wichtiger Bezugspunkt, sei es, um sich davon abzusetzen, denn als KŸnstler wollte er weniger einer ãAnsammlung von Dingen, die Kunst genannt wird" noch etwas hinzuzufŸgen, als ãuntersuchen, was die Mšglichkeiten von Kunst sein kšnnen". NatŸrlich finden sich in Van Hemerts Oeuvre nicht nur Analogien zu Nauman, sondern auch zu Malern des 20. Jahrhunderts. So arbeitet er wie Pollock immer noch gerne auf einer, auf dem Atelierboden liegenden Leinwand, verwendet wie Yves Klein direkte AbdrŸcke von Kšrperteilen, schlitzt die Leinwand in den Raum auf wie Fontana, schŸttet wie Nitsch verdŸnnte Farbe und lŠsst sie verlaufen, dickt wie Appel oder T‡pies seine Farbe mit Staub und Sand an, um eine kšrperliche MaterialitŠt zu erlangen, verwendet âobjets trouvŽsÕ oder Ð ganz Šhnlich wie Kiefer Ð Fotos als Ausgangspunkte fŸr Bildkompositionen und vieles mehr. Viele dieser malerischen Mittel sind als Endmarkierungen einer Malerei erfunden worden, die im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrmals als Ÿberholt angesehen wurde. Van Hemert greift dieses anti-malerische Vokabular Ð gewisserma§en âen passantÕ (man muss schon danach suchen, will man Beispiele identifizieren) Ð auf als Bereicherung des klassischen von Punkt, Linie, FlŠche und Farbe, und entwickelt daraus seine sehr eigene Bildsprache, deren ungeheure VielfŠltigkeit er mit erstaunlicher Meisterschaft beherrscht. Das Beispiel Naumans wird hier deshalb ausfŸhrlicher behandelt, weil dessen Analogien zu Van Hemert Ð wie so vieles in der Kunst Ð so wenig selbstverstŠndlich sind, und weil beider Thematisierung des Kšrperlichen dennoch eine interessante Grundlage fŸr einen Vergleich bietet. Da Nauman fŸr jŸngere KŸnstler gerade wegen seiner Thematisierung des Kšrperlichen zur Referenz geworden ist, mag es Ÿberraschen, dass er die Malerei auch deshalb verwarf, weil sie ihm zu kšrperlich war: ãIch liebte das Werk von De Konning,Ò so erklŠrte er seine Aufgabe der Malerei, ãJohns war jedoch der erste KŸnstler, der eine gewisse, intellektuelle Distanz einnahm zur physischen AktivitŠt des Bilder Malens.Ò HŠtte Nauman seine Rolle als Kultfigur des Kšrperlichen in der Kunst etwa einer Missinterpretation seines Werkes zu verdanken? WŠre seine Aufgabe der Malerei etwa ganz im Gegenteil die Konsequenz seines Strebens nach intellektueller Distanz zum Kšrper? Bei der Realisierung seiner frŸhen Filmperformances, wie der mit den GummibŠllen, die oft in der einsamen Abgeschlossenheit des Ateliers wŠhrend und unmittelbar nach seinem Studium in Kalifornien entstanden, stie§ Nauman auf ein Paradox, das einer jeden kŸnstlerischen Position irgendwo eigen ist, nŠmlich dem Drang sich auszustellen nachzugeben und dabei doch nicht allzu Persšnliches preiszugeben. Auch Frank van Hemert zieht es vor, nicht Ÿber die tieferen BeweggrŸnde seiner Bildfindungen zu sprechen Ð es ist ihm, so antwortet er, wenn er danach gefragt wird, zu persšnlich. Da ein Bild rein buchstŠblich schon ein Objekt ist, stellt sich das Problem der Objektivierung in der Malerei in geringerem Ma§e, denn was ist subjektiver als die Inszenierung des eigenen Kšrpers? Nauman, dem es mit seinem Schritt weg von der Malerei just um die Objektivierung seiner Erfahrungen ging, war sich des Dilemmas sehr wohl bewusst: Die aus Performance-Props hervorgegangenen Installationen der 70er-Jahre musste der Ausstellungsbesucher selbst erleben Ð etwa die Erfahrung des Durchlaufens eines engen Korridors, oder eingesperrt zu sein in einen KŠfig Ð und in den spŠteren Videos arbeitete er mit professionellen Schauspielern. Generell lŠsst sich Ÿber die Rolle des Kšrperlichen in Naumans Werk feststellen, dass es meist als intellektuell beziehungsweise ironisch distanziertes vorkommt. Der Materialgebrauch Van Hemerts ist demgegenŸber unmittelbar und entbehrt jeder Distanzierung. Das Kšrperliche flie§t als erlebtes und als vitale Kraft direkt in seine Bilder ein. SexualitŠt mit Exkrementen (Abb.), Blutsturz im Bett (Abb.) und rohes Fleisch (Abb.) liegen geradezu bar auf der Leinwand, nur dass sie eben in …l ausgefŸhrt sind. FŸr Distanzierung lŠsst ein solcher malerischer Schaffensprozess keinen Raum. Sie stellt sich erst ein, wenn die Bilder an der Wand hŠngen und ihnen jene symbolische Funktion zuwŠchst, die jedem Kunstwerk anhaften muss, will es an einem Ausstellungsort funktionieren. In der, durch den Westen dominierten, modernen âGlobal CultureÕ werden Symbole meist verstanden als sprachliche Gehalte, das hei§t als BedeutungstrŠger, die auf mehr oder weniger fest umschriebene Bedeutungen verweisen. Bedeutungskomplexe wie das Kšrperliche, Initiation, SexualitŠt, Ausscheidung, Geburt, Leben, Tod etc., aus denen heraus alle gro§e Kunst letztlich ihre symbolische Bedeutung schšpft, sind jedoch vorkultureller Art und meist sprachlich nur schwer zu fassen. Deshalb sei mir hier ein kleiner Exkurs zur symbolischen Funktion als einer wesentlich nicht-sprachlichen erlaubt. Sigmund Freud hat mit der Psychoanalyse ein Fundament gelegt zur Untersuchung archaischer Motivationen. So ist zum Beispiel seine Theorie der Sublimierung implizit auch zu lesen als eine der Transformation infantiler und archaischer Motivationen in Kunst, Religion, Kultur. Sie ist es nicht explizit, da er seine Untersuchungen des Unbewussten im Lichte der Pathologie sah: Die symbolische Funktion ist bei Freud Symptom der Regression. DemgegenŸber hat der franzšsische Philosoph Paul Ricoeur der Regression das Konzept der Progression entgegengesetzt, und ihr so auch positive Aspekte abgewonnen: Auf Konfliktlšsungen gerichtete Prozesse des Unbewussten bilden Motivationen etwa aus der Kindheit progressiv in Symbole um. Aufbauend auf Freud und Ricoeur hat der indisch-amerikanische Kulturanthropologe Gananath Obeyesekere dann eine Theorie zur Koppelung individueller Konfliktlšsungsprozesse an kulturelle Symbole entwickelt, wobei Begriffe wie ãthe work of cultureÒ (etwa: Kulturarbeit - in freier Abwandlung der Freudschen ãTraumarbeitÒ) und ãsymbolic removeÒ (symbolische Abhebung, Distanzierung oder Abstraktion) zentral stehen: ãâKulturarbeitÕ bezeichnet Prozesse, durch die kulturelle Symbole in den Kšpfen (Minds) der Angehšrigen einer Kulturgemeinschaft geschaffen und aktualisiert werden. Mit dem Begriff ist die Bildung und Umformung von Symbolen gemeint, jedoch nicht Ð wie im Strukturalismus Ð unter Ausklammerung eines denkenden Subjektes. Im Ÿbrigen beschrŠnkt sich âKulturarbeitÕ nicht auf ungewusste, tiefere Motivationen wie Freud dies tut.Ò Symbole, wie Obeyesekere sie versteht, sind sowohl persšnlich als auch kulturell bestimmt, das hei§t, sie fungieren sowohl als Kategorien der individuellen Wirklichkeitsaneignung (die persšnliche Dimension) als auch als Grundlage fŸr den Austausch mit anderen (die kulturelle Dimension). Er demonstriert anhand von Fallstudien aus seiner Heimat Sri Lanka, wie symbolische Formen sich auf verschiedenen, von ihren psychischen UrsprŸngen abgehobenen Ebenen ausdrŸcken: ãIn meiner Auseinandersetzung mit Ricoeur beschreibe ich diese PhŠnomene lieber als Ebenen symbolischer Abhebung von tieferen Motivationen, und umgekehrt bringt symbolische Abhebung Ebenen der Symbolisierung hervor Ð einige nŠher, andere weiter entfernt von den Motivationen, welche die Symbolbildung ursprŸngliche angeregt haben.Ò Diese Idee der symbolischen Abhebung, Distanzierung oder Abstraktion leitet Obeyesekere her aus dem Prinzip der unbegrenzten Austauschbarkeit von Symbolen, das Freud anhand von TrŠumen entwickelt hat. Der durch wiederholte Verarbeitung Ð ein Wechselspiel von Regression und Progression im Ricoeurschen Sinne Ð entstandene Abstand fŸhrt zur allmŠhlichen Abkoppelung des Symbols von seiner Motivationsquelle. Je grš§er der Abstand, desto willkŸrlicher die Beziehung zwischen Symbol und Motivation, und desto mehr, voneinander abweichende Interpretationen sind mšglich. In den von Obeyesekere untersuchten FŠllen in Sri Lanka Ð und dies gilt wohl fŸr die meisten nicht-westlichen Kulturen Ð ist die Beziehung zwischen Symbol und Motivation nur selten gŠnzlich willkŸrlicher, sondern eher metonymischer oder analoger Art. Andererseits sind die dort verwendeten Symbole der kulturellen Gemeinschaft bekannt. Unbewusstes, welches das Bewusstsein eben nicht akzeptiert, wird so, durch Umformung in kulturelle Symbole, dem †berich akzeptabel, wodurch den Prozessen der Symbolbildung ein therapeutisches Potential erwŠchst. DemgegenŸber muss in der vom Leistungsprinzip dominierten westlichen Industriegesellschaft die polymorph perverse Ausrichtung des infantilen Stadiums aus GrŸnden der Effizienz kanalisiert werden. Ein extrem punitives †berich zieht kaum zu Ÿberwindende Barrieren auf zwischen Ich, Es und †berich Ð daher die weitgehende BeschrŠnkung des Austausches auf Abstraktionen, die sprachlich beziehungsweise numerisch fassbar sind, daher auch die scheinbar unŸberbrŸckbare Kluft zwischen …ffentlichkeit und Persšnlichkeit, welche die Alltagspraxis der modernen Industriegesellschaft charakterisieren. Mittlerweile wird diese Kluft weitgehend aufgefŸllt durch die Massenmedien, die jedermann die Illusion einer hšchstpersšnlichen …ffentlichkeit direkt ins Wohnzimmer liefern. Dem šffentlichen Funktionieren der Kunst aber, der eigentlichen Erbin jener Symbolfunktion, die Obeyesekere mit ãsymbolic removeÒ meint, ist jene Kluft ein Hindernis: Wenn Obeyesekeres Informant, Tuan Sahid Abdin, sich an Haken aufhing und seine Zunge einschnitt, dann waren diese Aktionen kulturell verstŠndlich fŸr die Mitglieder seiner Kulturgemeinschaft. In der logozentrischen Kultur des Westens aber gehšren vor-sprachliche Symbole eben nicht ohne weiteres zum allgemeinen Kulturgut. Wenn also Unbewusstes im ãsymbolic removeÒ verarbeitet wird und dabei nicht in den diskursiv-sprachlichen Bereich gelangt, dann ist es noch kein kulturelles Symbol Ð daher die mittlerweile schon zum Klischee geronnene SkandaltrŠchtigkeit avantgardistischer Kunst, die zuweilen ganz Šhnliche Formen der SelbstverstŸmmelung praktizierte. Zur †berbrŸckung der Kluft zwischen Persšnlichkeit und …ffentlichkeit im Bereich vorsprachlicher KulturgŸter hat sich innerhalb der modernen Gesellschaft denn auch eine spezialisierte DomŠne herausgebildet: die Kunstinstitution (Kunstgeschichte und Ðkritik, Museen, Galerien etc.). Alles, was in dieser DomŠne passiert, wird als symbolisch abgehoben verstanden, und man geht davon aus, dass ihm eine tiefere Bedeutung innewohnt. So kann ein Alltagsobjekt wie Duchamps Flaschentrockner allein schon durch seine †bertragung in diese DomŠne zum Symbol werden. Seit einigen Jahren arbeitet Frank van Hemert an einer Serie, der er den Titel âMind of TibetÕ gegeben hat. Frank van Hemert arbeitet meist in Serien, die man allerdings nicht im Sinne der seriellen Arbeit etwa eines konzeptuellen KŸnstlers verstehen darf. Wenn Bilder zur selben Serie gehšren, dann haben sie den selben Titel: âLetztes SchlafzimmerÕ, â31 ist sogar weniger als 33Õ,,SiebenÕ, âSecret SurvivorsÕ, âInitiationÕ u.s.w. DarŸber hinaus gibt es fŸr den Betrachter kaum Anhaltspunkte, die erkennen lassen, warum ein Bild zu dieser und ein anderes zu jener Serie gehšrt. Als sei es um die Verwirrung noch zu vervollstŠndigen lŠsst sich Van Hemert kaum je darŸber aus, was die Themen jeweils fŸr ihn bedeuten und arbeitet meist an mehreren Serien zugleich. Ihre Titel mŸssen wohl als Benennungen fŸr mentale Bilder verstanden werden, die im Prozess der Bildfindung wie Katalysatoren wirken. Sie kondensieren subjektive, symbolische Bedeutungen, die zu den Bausteinen der Weltinterpretation des KŸnstlers gehšren, einem anderen jedoch durchaus bizarr erscheinen kšnnen. Die Bedeutungen bereiten eine Grundlage fŸr Kategorien, mit Hilfe derer sich die, den Schaffensprozess vorantreibenden Urteile rational begrŸnden lassen. Mir fallen als Analogien hierzu die Schriften Kandinskys oder Mondrians ein. Aus heutiger Sicht mag darin viel Unsinn stehen; fŸr die KŸnstler waren die dort niedergelegten Gedanken Fundamente fŸr ihre BrŸcken ins Ungewisse. Im Gegensatz zu Kandinsky, Mondrian und so manchen anderen KŸnstlern fasst Van Hemert seine persšnlichen Motivationen lieber nicht in Worte Ð einerseits, weil sie ihm wie gesagt eben zu persšnlich sind und wohl auch weil ihre Verbalisierung sie ihrer tief empfundenen Wahrhaftigkeit berauben wŸrde. Wie jeder KŸnstler hofft er jedoch, dass etwas von dieser Wahrhaftigkeit in seinen Bildern zum Ausdruck kommt. Dahin strebend bemŸht er sich, beim Malen alle subjektiven Ideen aus dem Bilde zu verbannen. Anstatt sich auf die Kunstinstitution zu verlassen, bemŸht er sich gewisserma§en selbst um den âsymbolic removeÕ seiner Kunst. Gelingt es ihm, dann ist dem Bild nach dem Verlassen des Ateliers ein eigenes Leben beschieden Ð unabhŠngig von dem, der es gemalt hat. Wie kann jedoch eine hšchst subjektiver Schaffensprozess in der Abgeschlossenheit des Ateliers zu etwas Objektivierbarem fŸhren, in dem auch andere sich wiedererkennen kšnnen? Nun, zunŠchst ist da jene symbolische DomŠne der Kunstinstitution: Van Hemerts Auseinandersetzung mit Kunst von anderen Ð wie etwa die oben angefŸhrten Beispiele Ð integrieren seine Bilder in ein kunsthistorisches Beziehungsgeflecht, das im Prinzip auch fŸr den Betrachter zugŠnglich ist und somit Ansatzpunkte bietet zur Šsthetischen Auseinandersetzung mit ihnen. Van Hemert geht es jedoch um mehr. Es geht ihm um jene, oben angesprochenen Bedeutungskomplexe, aus denen heraus alle gro§e Kunst Ð jenseits ihrer jeweils kulturspezifischen AusprŠgung Ð ihre Bedeutung schšpft: Wir alle werden geboren und wir alle mŸssen sterben. Die Grenzen des Kšrperlichen sind fŸr jedermann Ð unabhŠngig von seiner jeweiligen, unverŠu§erlich subjektiven Erfahrung dieser Grenzen Ð objektive Tatsachen. Nauman hat Ð wie viele KŸnstler seiner Generation Ð zunŠchst versucht, die Grenzen des Kšrperlichen durch intellektuelle Distanz, d.h. konzeptuell zu Ÿberwinden. Hiermit steht sein FrŸhwerk durchaus in der Tradition des westlichen Denkens, das auf einer kŸnstlichen Trennung von Intellekt und Kšrper beruht. Dass dies einer der monumentalsten und hartnŠckigsten IrrtŸmer ist, beginnt uns ja erst neuerdings zu dŠmmern. Deshalb das westliche Denken rundheraus zu verwerfen und es etwa durch šstliche Lebensweisheiten zu ersetzen wŠre jedoch mindestens ebenso falsch. Gananath Obeyesekere okkupiert hier eine interessante Zwischenposition: Als Anthropologe gebraucht er westliches analytisches Denken um die symbolische Funktion in seiner Heimat Sri Lanka zu untersuchen; andererseits verleiht ihm seine Herkunft eine ungewšhnliche Erfahrungsgrundlage, von der aus er dieses westliche Denken wiederum kritisieren kann. Eine ganz Šhnliche Zwischenposition Ð eine nŠmlich, welche die symbolische Funktion als gŸltige Form der Wirklichkeitsaneignung annimmt Ð sucht Frank van Hemert in der Malerei. SpŠtestens seit âLetztes SchlafzimmerÕ haben seine Serien mit Fragen der Sinngebung zu tun. Aus unserem schnelllebigen Alltag werden diese ja meist verdrŠngt. Sie sind dadurch jedoch nicht weniger unumgŠnglich. Van Hemert stellt sich dieser UnumgŠnglichkeit und sieht den Alltag als das, was er letztlich ist: ein kontinuierlicher Prozess, der uns jeden Tag, jede Stunde, jede Minute ein StŸckchen nŠher bringt an den endgŸltigen Zerfall. Es wŠre jedoch falsch, seiner Kunst deshalb eine pessimistische Grundhaltung zu unterstellen: Schon die Farbigkeit und die Lebhaftigkeit seiner Bilder wŸrde dies LŸgen strafen. Malen ist fŸr Van Hemert ein Versuch, einen Moment lang aus diesem Prozess herauszutreten und die Zeit still zu setzen. Insofern ist Malen vergleichbar mit Beten Ð weniger im christlichen Sinne als im allgemeineren der Meditation. So verweisen die farbenfrohen FahnenstrŠu§e und Mandalas seiner âMind of TibetÕ Serie auf buddhistische Gebetsfahnen Ð jede Fahne ist ein Gebet und das Mandala ist ein kosmisches Diagram, das bei Meditation und geistiger Konzentration hilft. Ein anderes Bild, das zuweilen auf den Bildern der âMind of TibetÕ Serie zu erkennen ist, ging Anfang der 70er-Jahre durch die Weltpresse. Es zeigt einen tibetanischen Mšnch, der sich damals aus Protest gegen die chinesische UnterdrŸckung šffentlich verbrannt hat. Unfassbar an diesem Bild ist, dass der Mann bis zuletzt scheinbar unberŸhrt aufrecht in seiner Meditationshaltung sitzen blieb. Narzissmus, der manchmal bei Selbstmord eine Rolle spielt und auch, wenn Bilder noch zu viel Ego enthalten, fehlt diesem Bild ganz und gar. So kann es als Zeugnis eines geistigen Aktes der Beherrschung aufgefasst werden, der die Grenzen des Kšrperlichen Ÿberschreitet. Solcherlei Referenzen und der Titel verraten, dass Van Hemerts âMind of TibetÕ Serie sich mehr denn je an fernšstlicher Philosophie und ReligiositŠt inspiriert. Man darf dies jedoch nicht als Ausdruck von Nostalgie nach einer anderen Welt missverstehen. Van Hemert ist noch nie in Asien gewesen und holt sich seine Anregungen zum Teil aus BŸchern und Abbildungen. Wenn unabhŠngig von ihren fernšstlichen Referenzen betrachtet, ist die zeitlose QualitŠt, der er in diesen Bildern nachstrebt, durchaus vergleichbar mit Kants ãinteresselosem WohlgefallenÒ, welches das Kunstschšne auszeichnet. DarŸber hinaus darf nicht vergessen werden, dass der Malprozess, wenn auch strukturiert durch die Themen seiner Serien, bis heute ein wesentlich kšrperlicher Vorgang geblieben ist. Darum ist die Serie âMind of TibetÕ auf LeinwŠnde gemalt, deren Formate durch die Ma§e seines Kšrpers bestimmt sind: Er kann sie mit ausgestreckten Armen umfassen, wenn er davor steht. So bleibt die Distanz zwischen ihm und dem, was er malt, so gering und der Malvorgang so direkt wie mšglich. Da âMindÕ (Denken) im Title vorkommt, ist die Serie âMind of TibetÕ auch als Metapher fŸr eine sehr kšrperliche Art zu Denken zu verstehen, welche die Kluft zwischen dem Persšnlichen und er …ffentlichkeit auf ganz natŸrliche Art ŸberbrŸckt: als eine Metapher fŸr Malerei. Malers zur Leinwand. Er sprach damals vom Widerhall des Malens aus dem Bilde heraus, der dieses mit beeinflusst. Eine, als Film aufgezeichnete Performance als Metapher fŸr Malerei zu interpretieren mag an den Haaren herbeigezogen, ja geradezu als verdrehte Welt erscheinen, werden doch just solche €u§erungsformen eines âerweiterten KunstbegriffsÕ als Zeugnisse fŸr das unterstellte Ende der Malerei angefŸhrt. Die Analogie liegt jedoch mehr vor der Hand als man zunŠchst zu denken geneigt ist. Dabei ist zu berŸcksichtigen, dass die Nauman vorangegangene Generation der abstrakten Expressionisten, insbesondere Pollock, den Malvorgang auf eine rein physische Aktion zurŸckgefŸhrt hatte. Die Frage, auf die Nauman mit seiner Filmperformance zu antworten versuchte: ãWenn man ein Maler ist und alle Pinsel weglegt, wie kann man dann noch als KŸnstler funktionieren?Ò war eine logische Reaktion hierauf. Abgesehen von der metaphorischen QualitŠt, die Frank van Hemert in ihr erkannte, ist Naumans Antwort Ð wie vieles in seiner Kunst Ð absurdistisch, da der Gegenstand seiner frenetischen Aktion stumpfsinnig erscheint. Nauman ist Protagonisten einer KŸnstlergeneration, welche die Malerei als hoffnungslos Ÿberholt ansah. Umso erstaunlicher ist es, dass in Frank van Hemerts Werk Ð immerhin dem Werk eines Malers Ð schon seit dessen frŸhesten AnfŠngen Aspekte auffallen, die an den amerikanischen KŸnstler erinnern. Vor dem Beginn seines eigentlichen, malerischen Werkes (denn zunŠchst hatte er sich kurzfristig als Bildhauer und InstallationskŸnstler versucht) sind solche Analogien noch deutlicher zu erkennen. So erinnert eine Skulptur aus seiner Studienzeit (Abb.) durch ihren prekŠren Charakter, insbesondere durch den Gebrauch von Holzkeilen zu ihrer Platzierung, an Naumans Tunnelmodelle (Abb.). WŠhrend seines Aufbaustudium bei 'Ateliers '63' in Haarlem bedeckte van Hemert den Atelierboden mit Kartonbahnen und verwendete die ehemaligen HolzstŸtzen als Druckstšcke (Abb.). Ein Bild entstand hier durch die Spuren, die sein im Raum sich bewegender Kšrper auf den Kartonbahnen hinterlie§, was durchaus an den Film Naumans, aber auch an Pollock erinnert. Im Gegensatz zu diesen beiden ging es Van Hemert jedoch nicht um die Vermeidung jeder Komposition. Vielmehr strebte er danach, die durch die Bewegungen seines Kšrpers hinterlassenen Markierungen miteinander ins Gleichgewicht zu bringen. Dabei musste er jedoch erkennen, dass ihm seine Arbeitsweise nicht den dazu erforderlichen Abstand gewŠhrleistete. Er montierte also die Papierbahnen aneinander und Ÿberarbeitete sie dann noch, nun aber in der klassischen Position des Malers gegenŸber der Leinwand. Die so entstandenen, gro§formatigen Zeichnungen bestechen durch ihre MonumentalitŠt und ihre geradezu unmittelbar nachvollziehbare Kšrperlichkeit. Mit einigen Arbeiten aus dieser Serie Ð z. B. ãOhne NamenÒ (Abb.), in die er sich selbst einrollte bevor er sie an die Wand hŠngte Ð war er auf der Documenta 7 in Kassel vertreten. Van Hemert war damals erst 26 Jahre alt. Auch wenn sein frŸher Documenta-Beitrag als der eines durchaus reifen KŸnstlers angesehen werden kann, begann sein eigentliches, kŸnstlerisches Werk Ð das des reinen Malers Ð erst danach. Auch in seinem malerischen Werk finden sich Aspekte, die an Bruce Nauman erinnern. So lŠsst der vom Bildgrund her durchschimmernde Stuhl in âLetztes SchlafzimmerÕ (Abb.) oder âInitiationÕ (Abb. 12) an die StŸhle in Naumans âSouth AmericaÕ Serie denken (Abb.). Im Jahre 1988 tauchen etwa gleichzeitig bei van Hemert (Abb.) und bei Nauman (Abb.) schwebende Tierkšrper auf. WŠre beim Stuhl noch an eine unbewusste Inspiration van Hemerts durch Nauman zu denken (denn immerhin war Naumans âSouth AmericaÕ Serie auch auf der Documenta 7 zu sehen), so ist dies bei den Tierkšrpern wegen der Gleichzeitigkeit deren Auftretens in beider Werk nicht mehr mšglich. Ein direkter Vergleich der Hunde und Adler in van Hemerts gro§formatigen Zeichnungen der 90er Jahre (Abb.) mit Naumans Tierkšrpern lŠsst denn auch deutliche Unterschiede erkennen: Schockieren letztere durch ihre passive, starre Haltung, die an erlittene Folter, ja an den Tod denken lŠsst, so tun van Hemerts Tiere dies durch ihre sehr lebendige AggressivitŠt. Und nicht zuletzt erwecken die Litaneihaften Aneinanderreihungen verbaler Aufforderungen wie ãhate me, spoil me, taste me, serve me, blow me...Ò in einigen Arbeiten Van Hemerts (Abb.) Assoziationen an den Gebrauch von Sprache im Werk Naumans, nur dass bei van Hemert Sprache nicht fŸr sich steht, sondern als bildnerisches Mittel in einem ansonsten malerischen oder zeichnerischen Bildganzen integriert ist. Obwohl Nauman fŸr viele KŸnstler der Generation Van Hemerts zu einer Art Kultfigur geworden ist, zŠhlt Van Hemert durchaus nicht zu denjenigen, die sich ausdrŸcklich auf ihn berufen. Diejenigen, die dies tun, arbeiten meist in Medien, die dem Vorbild nŠher zu stehen scheinen Ð wie etwa Video, Performance, utopische Modelle als Form von Skulptur. Nauman war jedoch selbst einst als Maler begonnen und hatte eines seiner entscheidenden Initiationserlebnisse bei einer Begegnung mit Willem de Koonings Bild âExcavationÕ. Malerei blieb fŸr ihn auch spŠter ein wichtiger Bezugspunkt, sei es, um sich davon abzusetzen, denn als KŸnstler wollte er weniger einer ãAnsammlung von Dingen, die Kunst genannt wird" noch etwas hinzuzufŸgen, als ãuntersuchen, was die Mšglichkeiten von Kunst sein kšnnen". NatŸrlich finden sich in Van Hemerts Oeuvre nicht nur Analogien zu Nauman, sondern auch zu Malern des 20. Jahrhunderts. So arbeitet er wie Pollock immer noch gerne auf einer, auf dem Atelierboden liegenden Leinwand, verwendet wie Yves Klein direkte AbdrŸcke von Kšrperteilen, schlitzt die Leinwand in den Raum auf wie Fontana, schŸttet wie Nitsch verdŸnnte Farbe und lŠsst sie verlaufen, dickt wie Appel oder T‡pies seine Farbe mit Staub und Sand an, um eine kšrperliche MaterialitŠt zu erlangen, verwendet âobjets trouvŽsÕ oder Ð ganz Šhnlich wie Kiefer Ð Fotos als Ausgangspunkte fŸr Bildkompositionen und vieles mehr. Viele dieser malerischen Mittel sind als Endmarkierungen einer Malerei erfunden worden, die im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrmals als Ÿberholt angesehen wurde. Van Hemert greift dieses anti-malerische Vokabular Ð gewisserma§en âen passantÕ (man muss schon danach suchen, will man Beispiele identifizieren) Ð auf als Bereicherung des klassischen von Punkt, Linie, FlŠche und Farbe, und entwickelt daraus seine sehr eigene Bildsprache, deren ungeheure VielfŠltigkeit er mit erstaunlicher Meisterschaft beherrscht. Das Beispiel Naumans wird hier deshalb ausfŸhrlicher behandelt, weil dessen Analogien zu Van Hemert Ð wie so vieles in der Kunst Ð so wenig selbstverstŠndlich sind, und weil beider Thematisierung des Kšrperlichen dennoch eine interessante Grundlage fŸr einen Vergleich bietet. Da Nauman fŸr jŸngere KŸnstler gerade wegen seiner Thematisierung des Kšrperlichen zur Referenz geworden ist, mag es Ÿberraschen, dass er die Malerei auch deshalb verwarf, weil sie ihm zu kšrperlich war: ãIch liebte das Werk von De Konning,Ò so erklŠrte er seine Aufgabe der Malerei, ãJohns war jedoch der erste KŸnstler, der eine gewisse, intellektuelle Distanz einnahm zur physischen AktivitŠt des Bilder Malens.Ò HŠtte Nauman seine Rolle als Kultfigur des Kšrperlichen in der Kunst etwa einer Missinterpretation seines Werkes zu verdanken? WŠre seine Aufgabe der Malerei etwa ganz im Gegenteil die Konsequenz seines Strebens nach intellektueller Distanz zum Kšrper? Bei der Realisierung seiner frŸhen Filmperformances, wie der mit den GummibŠllen, die oft in der einsamen Abgeschlossenheit des Ateliers wŠhrend und unmittelbar nach seinem Studium in Kalifornien entstanden, stie§ Nauman auf ein Paradox, das einer jeden kŸnstlerischen Position irgendwo eigen ist, nŠmlich dem Drang sich auszustellen nachzugeben und dabei doch nicht allzu Persšnliches preiszugeben. Auch Frank van Hemert zieht es vor, nicht Ÿber die tieferen BeweggrŸnde seiner Bildfindungen zu sprechen Ð es ist ihm, so antwortet er, wenn er danach gefragt wird, zu persšnlich. Da ein Bild rein buchstŠblich schon ein Objekt ist, stellt sich das Problem der Objektivierung in der Malerei in geringerem Ma§e, denn was ist subjektiver als die Inszenierung des eigenen Kšrpers? Nauman, dem es mit seinem Schritt weg von der Malerei just um die Objektivierung seiner Erfahrungen ging, war sich des Dilemmas sehr wohl bewusst: Die aus Performance-Props hervorgegangenen Installationen der 70er-Jahre musste der Ausstellungsbesucher selbst erleben Ð etwa die Erfahrung des Durchlaufens eines engen Korridors, oder eingesperrt zu sein in einen KŠfig Ð und in den spŠteren Videos arbeitete er mit professionellen Schauspielern. Generell lŠsst sich Ÿber die Rolle des Kšrperlichen in Naumans Werk feststellen, dass es meist als intellektuell beziehungsweise ironisch distanziertes vorkommt. Der Materialgebrauch Van Hemerts ist demgegenŸber unmittelbar und entbehrt jeder Distanzierung. Das Kšrperliche flie§t als erlebtes und als vitale Kraft direkt in seine Bilder ein. SexualitŠt mit Exkrementen (Abb.), Blutsturz im Bett (Abb.) und rohes Fleisch (Abb.) liegen geradezu bar auf der Leinwand, nur dass sie eben in …l ausgefŸhrt sind. FŸr Distanzierung lŠsst ein solcher malerischer Schaffensprozess keinen Raum. Sie stellt sich erst ein, wenn die Bilder an der Wand hŠngen und ihnen jene symbolische Funktion zuwŠchst, die jedem Kunstwerk anhaften muss, will es an einem Ausstellungsort funktionieren. In der, durch den Westen dominierten, modernen âGlobal CultureÕ werden Symbole meist verstanden als sprachliche Gehalte, das hei§t als BedeutungstrŠger, die auf mehr oder weniger fest umschriebene Bedeutungen verweisen. Bedeutungskomplexe wie das Kšrperliche, Initiation, SexualitŠt, Ausscheidung, Geburt, Leben, Tod etc., aus denen heraus alle gro§e Kunst letztlich ihre symbolische Bedeutung schšpft, sind jedoch vorkultureller Art und meist sprachlich nur schwer zu fassen. Deshalb sei mir hier ein kleiner Exkurs zur symbolischen Funktion als einer wesentlich nicht-sprachlichen erlaubt. Sigmund Freud hat mit der Psychoanalyse ein Fundament gelegt zur Untersuchung archaischer Motivationen. So ist zum Beispiel seine Theorie der Sublimierung implizit auch zu lesen als eine der Transformation infantiler und archaischer Motivationen in Kunst, Religion, Kultur. Sie ist es nicht explizit, da er seine Untersuchungen des Unbewussten im Lichte der Pathologie sah: Die symbolische Funktion ist bei Freud Symptom der Regression. DemgegenŸber hat der franzšsische Philosoph Paul Ricoeur der Regression das Konzept der Progression entgegengesetzt, und ihr so auch positive Aspekte abgewonnen: Auf Konfliktlšsungen gerichtete Prozesse des Unbewussten bilden Motivationen etwa aus der Kindheit progressiv in Symbole um. Aufbauend auf Freud und Ricoeur hat der indisch-amerikanische Kulturanthropologe Gananath Obeyesekere dann eine Theorie zur Koppelung individueller Konfliktlšsungsprozesse an kulturelle Symbole entwickelt, wobei Begriffe wie ãthe work of cultureÒ (etwa: Kulturarbeit - in freier Abwandlung der Freudschen ãTraumarbeitÒ) und ãsymbolic removeÒ (symbolische Abhebung, Distanzierung oder Abstraktion) zentral stehen: ãâKulturarbeitÕ bezeichnet Prozesse, durch die kulturelle Symbole in den Kšpfen (Minds) der Angehšrigen einer Kulturgemeinschaft geschaffen und aktualisiert werden. Mit dem Begriff ist die Bildung und Umformung von Symbolen gemeint, jedoch nicht Ð wie im Strukturalismus Ð unter Ausklammerung eines denkenden Subjektes. Im Ÿbrigen beschrŠnkt sich âKulturarbeitÕ nicht auf ungewusste, tiefere Motivationen wie Freud dies tut.Ò Symbole, wie Obeyesekere sie versteht, sind sowohl persšnlich als auch kulturell bestimmt, das hei§t, sie fungieren sowohl als Kategorien der individuellen Wirklichkeitsaneignung (die persšnliche Dimension) als auch als Grundlage fŸr den Austausch mit anderen (die kulturelle Dimension). Er demonstriert anhand von Fallstudien aus seiner Heimat Sri Lanka, wie symbolische Formen sich auf verschiedenen, von ihren psychischen UrsprŸngen abgehobenen Ebenen ausdrŸcken: ãIn meiner Auseinandersetzung mit Ricoeur beschreibe ich diese PhŠnomene lieber als Ebenen symbolischer Abhebung von tieferen Motivationen, und umgekehrt bringt symbolische Abhebung Ebenen der Symbolisierung hervor Ð einige nŠher, andere weiter entfernt von den Motivationen, welche die Symbolbildung ursprŸngliche angeregt haben.Ò Diese Idee der symbolischen Abhebung, Distanzierung oder Abstraktion leitet Obeyesekere her aus dem Prinzip der unbegrenzten Austauschbarkeit von Symbolen, das Freud anhand von TrŠumen entwickelt hat. Der durch wiederholte Verarbeitung Ð ein Wechselspiel von Regression und Progression im Ricoeurschen Sinne Ð entstandene Abstand fŸhrt zur allmŠhlichen Abkoppelung des Symbols von seiner Motivationsquelle. Je grš§er der Abstand, desto willkŸrlicher die Beziehung zwischen Symbol und Motivation, und desto mehr, voneinander abweichende Interpretationen sind mšglich. In den von Obeyesekere untersuchten FŠllen in Sri Lanka Ð und dies gilt wohl fŸr die meisten nicht-westlichen Kulturen Ð ist die Beziehung zwischen Symbol und Motivation nur selten gŠnzlich willkŸrlicher, sondern eher metonymischer oder analoger Art. Andererseits sind die dort verwendeten Symbole der kulturellen Gemeinschaft bekannt. Unbewusstes, welches das Bewusstsein eben nicht akzeptiert, wird so, durch Umformung in kulturelle Symbole, dem †berich akzeptabel, wodurch den Prozessen der Symbolbildung ein therapeutisches Potential erwŠchst. DemgegenŸber muss in der vom Leistungsprinzip dominierten westlichen Industriegesellschaft die polymorph perverse Ausrichtung des infantilen Stadiums aus GrŸnden der Effizienz kanalisiert werden. Ein extrem punitives †berich zieht kaum zu Ÿberwindende Barrieren auf zwischen Ich, Es und †berich Ð daher die weitgehende BeschrŠnkung des Austausches auf Abstraktionen, die sprachlich beziehungsweise numerisch fassbar sind, daher auch die scheinbar unŸberbrŸckbare Kluft zwischen …ffentlichkeit und Persšnlichkeit, welche die Alltagspraxis der modernen Industriegesellschaft charakterisieren. Mittlerweile wird diese Kluft weitgehend aufgefŸllt durch die Massenmedien, die jedermann die Illusion einer hšchstpersšnlichen …ffentlichkeit direkt ins Wohnzimmer liefern. Dem šffentlichen Funktionieren der Kunst aber, der eigentlichen Erbin jener Symbolfunktion, die Obeyesekere mit ãsymbolic removeÒ meint, ist jene Kluft ein Hindernis: Wenn Obeyesekeres Informant, Tuan Sahid Abdin, sich an Haken aufhing und seine Zunge einschnitt, dann waren diese Aktionen kulturell verstŠndlich fŸr die Mitglieder seiner Kulturgemeinschaft. In der logozentrischen Kultur des Westens aber gehšren vor-sprachliche Symbole eben nicht ohne weiteres zum allgemeinen Kulturgut. Wenn also Unbewusstes im ãsymbolic removeÒ verarbeitet wird und dabei nicht in den diskursiv-sprachlichen Bereich gelangt, dann ist es noch kein kulturelles Symbol Ð daher die mittlerweile schon zum Klischee geronnene SkandaltrŠchtigkeit avantgardistischer Kunst, die zuweilen ganz Šhnliche Formen der SelbstverstŸmmelung praktizierte. Zur †berbrŸckung der Kluft zwischen Persšnlichkeit und …ffentlichkeit im Bereich vorsprachlicher KulturgŸter hat sich innerhalb der modernen Gesellschaft denn auch eine spezialisierte DomŠne herausgebildet: die Kunstinstitution (Kunstgeschichte und Ðkritik, Museen, Galerien etc.). Alles, was in dieser DomŠne passiert, wird als symbolisch abgehoben verstanden, und man geht davon aus, dass ihm eine tiefere Bedeutung innewohnt. So kann ein Alltagsobjekt wie Duchamps Flaschentrockner allein schon durch seine †bertragung in diese DomŠne zum Symbol werden. Seit einigen Jahren arbeitet Frank van Hemert an einer Serie, der er den Titel âMind of TibetÕ gegeben hat. Frank van Hemert arbeitet meist in Serien, die man allerdings nicht im Sinne der seriellen Arbeit etwa eines konzeptuellen KŸnstlers verstehen darf. Wenn Bilder zur selben Serie gehšren, dann haben sie den selben Titel: âLetztes SchlafzimmerÕ, â31 ist sogar weniger als 33Õ,,SiebenÕ, âSecret SurvivorsÕ, âInitiationÕ u.s.w. DarŸber hinaus gibt es fŸr den Betrachter kaum Anhaltspunkte, die erkennen lassen, warum ein Bild zu dieser und ein anderes zu jener Serie gehšrt. Als sei es um die Verwirrung noch zu vervollstŠndigen lŠsst sich Van Hemert kaum je darŸber aus, was die Themen jeweils fŸr ihn bedeuten und arbeitet meist an mehreren Serien zugleich. Ihre Titel mŸssen wohl als Benennungen fŸr mentale Bilder verstanden werden, die im Prozess der Bildfindung wie Katalysatoren wirken. Sie kondensieren subjektive, symbolische Bedeutungen, die zu den Bausteinen der Weltinterpretation des KŸnstlers gehšren, einem anderen jedoch durchaus bizarr erscheinen kšnnen. Die Bedeutungen bereiten eine Grundlage fŸr Kategorien, mit Hilfe derer sich die, den Schaffensprozess vorantreibenden Urteile rational begrŸnden lassen. Mir fallen als Analogien hierzu die Schriften Kandinskys oder Mondrians ein. Aus heutiger Sicht mag darin viel Unsinn stehen; fŸr die KŸnstler waren die dort niedergelegten Gedanken Fundamente fŸr ihre BrŸcken ins Ungewisse. Im Gegensatz zu Kandinsky, Mondrian und so manchen anderen KŸnstlern fasst Van Hemert seine persšnlichen Motivationen lieber nicht in Worte Ð einerseits, weil sie ihm wie gesagt eben zu persšnlich sind und wohl auch weil ihre Verbalisierung sie ihrer tief empfundenen Wahrhaftigkeit berauben wŸrde. Wie jeder KŸnstler hofft er jedoch, dass etwas von dieser Wahrhaftigkeit in seinen Bildern zum Ausdruck kommt. Dahin strebend bemŸht er sich, beim Malen alle subjektiven Ideen aus dem Bilde zu verbannen. Anstatt sich auf die Kunstinstitution zu verlassen, bemŸht er sich gewisserma§en selbst um den âsymbolic removeÕ seiner Kunst. Gelingt es ihm, dann ist dem Bild nach dem Verlassen des Ateliers ein eigenes Leben beschieden Ð unabhŠngig von dem, der es gemalt hat. Wie kann jedoch eine hšchst subjektiver Schaffensprozess in der Abgeschlossenheit des Ateliers zu etwas Objektivierbarem fŸhren, in dem auch andere sich wiedererkennen kšnnen? Nun, zunŠchst ist da jene symbolische DomŠne der Kunstinstitution: Van Hemerts Auseinandersetzung mit Kunst von anderen Ð wie etwa die oben angefŸhrten Beispiele Ð integrieren seine Bilder in ein kunsthistorisches Beziehungsgeflecht, das im Prinzip auch fŸr den Betrachter zugŠnglich ist und somit Ansatzpunkte bietet zur Šsthetischen Auseinandersetzung mit ihnen. Van Hemert geht es jedoch um mehr. Es geht ihm um jene, oben angesprochenen Bedeutungskomplexe, aus denen heraus alle gro§e Kunst Ð jenseits ihrer jeweils kulturspezifischen AusprŠgung Ð ihre Bedeutung schšpft: Wir alle werden geboren und wir alle mŸssen sterben. Die Grenzen des Kšrperlichen sind fŸr jedermann Ð unabhŠngig von seiner jeweiligen, unverŠu§erlich subjektiven Erfahrung dieser Grenzen Ð objektive Tatsachen. Nauman hat Ð wie viele KŸnstler seiner Generation Ð zunŠchst versucht, die Grenzen des Kšrperlichen durch intellektuelle Distanz, d.h. konzeptuell zu Ÿberwinden. Hiermit steht sein FrŸhwerk durchaus in der Tradition des westlichen Denkens, das auf einer kŸnstlichen Trennung von Intellekt und Kšrper beruht. Dass dies einer der monumentalsten und hartnŠckigsten IrrtŸmer ist, beginnt uns ja erst neuerdings zu dŠmmern. Deshalb das westliche Denken rundheraus zu verwerfen und es etwa durch šstliche Lebensweisheiten zu ersetzen wŠre jedoch mindestens ebenso falsch. Gananath Obeyesekere okkupiert hier eine interessante Zwischenposition: Als Anthropologe gebraucht er westliches analytisches Denken um die symbolische Funktion in seiner Heimat Sri Lanka zu untersuchen; andererseits verleiht ihm seine Herkunft eine ungewšhnliche Erfahrungsgrundlage, von der aus er dieses westliche Denken wiederum kritisieren kann. Eine ganz Šhnliche Zwischenposition Ð eine nŠmlich, welche die symbolische Funktion als gŸltige Form der Wirklichkeitsaneignung annimmt Ð sucht Frank van Hemert in der Malerei. SpŠtestens seit âLetztes SchlafzimmerÕ haben seine Serien mit Fragen der Sinngebung zu tun. Aus unserem schnelllebigen Alltag werden diese ja meist verdrŠngt. Sie sind dadurch jedoch nicht weniger unumgŠnglich. Van Hemert stellt sich dieser UnumgŠnglichkeit und sieht den Alltag als das, was er letztlich ist: ein kontinuierlicher Prozess, der uns jeden Tag, jede Stunde, jede Minute ein StŸckchen nŠher bringt an den endgŸltigen Zerfall. Es wŠre jedoch falsch, seiner Kunst deshalb eine pessimistische Grundhaltung zu unterstellen: Schon die Farbigkeit und die Lebhaftigkeit seiner Bilder wŸrde dies LŸgen strafen. Malen ist fŸr Van Hemert ein Versuch, einen Moment lang aus diesem Prozess herauszutreten und die Zeit still zu setzen. Insofern ist Malen vergleichbar mit Beten Ð weniger im christlichen Sinne als im allgemeineren der Meditation. So verweisen die farbenfrohen FahnenstrŠu§e und Mandalas seiner âMind of TibetÕ Serie auf buddhistische Gebetsfahnen Ð jede Fahne ist ein Gebet und das Mandala ist ein kosmisches Diagram, das bei Meditation und geistiger Konzentration hilft. Ein anderes Bild, das zuweilen auf den Bildern der âMind of TibetÕ Serie zu erkennen ist, ging Anfang der 70er-Jahre durch die Weltpresse. Es zeigt einen tibetanischen Mšnch, der sich damals aus Protest gegen die chinesische UnterdrŸckung šffentlich verbrannt hat. Unfassbar an diesem Bild ist, dass der Mann bis zuletzt scheinbar unberŸhrt aufrecht in seiner Meditationshaltung sitzen blieb. Narzissmus, der manchmal bei Selbstmord eine Rolle spielt und auch, wenn Bilder noch zu viel Ego enthalten, fehlt diesem Bild ganz und gar. So kann es als Zeugnis eines geistigen Aktes der Beherrschung aufgefasst werden, der die Grenzen des Kšrperlichen Ÿberschreitet. Solcherlei Referenzen und der Titel
verraten, dass Van Hemerts âMind of TibetÕ Serie sich mehr
denn je an fernšstlicher Philosophie und ReligiositŠt inspiriert. Man
darf dies jedoch nicht als Ausdruck von Nostalgie nach einer anderen
Welt missverstehen. Van Hemert ist noch nie in Asien gewesen und holt
sich seine Anregungen zum Teil aus BŸchern und Abbildungen. Wenn unabhŠngig
von ihren fernšstlichen Referenzen betrachtet, ist die zeitlose QualitŠt,
der er in diesen Bildern nachstrebt, durchaus vergleichbar mit Kants
ãinteresselosem WohlgefallenÒ, welches das Kunstschšne auszeichnet.
DarŸber hinaus darf nicht vergessen werden, dass der Malprozess, wenn
auch strukturiert durch die Themen seiner Serien, bis heute ein wesentlich
kšrperlicher Vorgang geblieben ist. Darum ist die Serie âMind of
TibetÕ auf LeinwŠnde gemalt, deren Formate durch die Ma§e seines
Kšrpers bestimmt sind: Er kann sie mit ausgestreckten Armen umfassen,
wenn er davor steht. So bleibt die Distanz zwischen ihm und dem, was
er malt, so gering und der Malvorgang so direkt wie mšglich. Da âMindÕ (Denken)
im Title vorkommt, ist die Serie âMind of TibetÕ auch als
Metapher fŸr eine sehr kšrperliche Art zu Denken zu verstehen, welche
die Kluft zwischen dem Persšnlichen und er …ffentlichkeit auf ganz
natŸrliche Art ŸberbrŸckt: als eine Metapher fŸr Malerei. |